Ein wichtiger Grundbestandteil meiner Arbeit ist die
Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg, die ein wohlwollendes Miteinander begünstigt und auch zur Lösung tiefgreifender Konflikte geeignet ist.
Wenn wir z.B. die
Handlungen beschreiben sollen, die uns an einem anderen Menschen stören, entsteht vielleicht schnell eine
Diagnose, z.B. "mein Kollege ist eingebildet". Die eigentliche Beschreibung der Handlung wäre aber z.B. "mein Kollege fällt mir oft ins Wort". Bereits die präzisere Beschreibung ermöglicht es der anderen Partei, viel leichter hören zu können, was besprochen werden soll.
Das klare Abtrennen von Bedürfnissen und Strategien kann außerdem auf beiden Seiten für mehr Verständnis sorgen und erleichtert das Finden von Lösungsansätzen.
Bedürfnisse sind daran gut zu erkennen, dass alle Menschen sie haben: Es ist also nicht mein
"Bedürfnis", dass meine Kaffeetasse immer rechts oben im Schrank steht, sondern eine
Strategie, um Sicherheit herzustellen. Diese Sicherheit wiederum ist ein Bedürfnis, das alle Menschen teilen, aber es gibt viele Wege, sie herzustellen, z.B. indem ich meine Tasse sicher an meinem Arbeitsplatz aufbewahre.
Aber nicht nur unsere eigenen Mitteilungen können wir mit der Gewaltfreien Kommunikation verbessern. Mit "Giraffenohren" können wir z.B. Vorwürfe, Verallgemeinerungen oder verbale Angriffe besser als das erkennen, was sie sind: Bitten der anderen Person, gesehen zu werden und einen Platz haben zu dürfen. Wenn wir die Bedürfnisse sehen, die eine Person zu ihren (vielleicht auch unhöflichen) Handlungen bewegt, können wir erkennen, dass wir gar nicht das Ziel eines Angriffs sind und uns dennoch sauber abgrenzen.
Es gibt noch viele weitere Aspekte, und alle zusammen untermauern das Konzept des Natürlichen Gebens, das jedes Lebewesen in die Wiege gelegt bekommen hat. Jedes Verhältnis, in dem die Grundsätze der Gewaltfreien Kommunikation eingebaut werden,
auch einseitig, wird an Qualität gewinnen.